Informationen zum Stadtbezirk 6 Sendling

Sendling, im Süden an den 2. Stadtbezirk anschließend, ist nach dem früheren gleichnamigen Dorf benannt, welches 782 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der alte Dorfkern aus dem Jahr 1315 mit Kirche, Friedhof und einzelnen, ehemals bäuerlichen Anwesen an der Einmündung der Lindwurm- in die Plinganserstraße, ist heute noch zu erkennen. Nach der Eingemeindung im Jahre 1877 siedelten sich im heutigen Stadtbezirk Sendling, vor allem entlang der Bahnlinien nach Wolfratshausen und Rosenheim, viele Gewerbe- und Industriebetriebe an. Entsprechend der damaligen Funktionsmischung von Wohnen und Arbeiten im Stadtbezirk setzte etwa zur gleichen Zeit eine umfangreiche Wohnbebauung ein. Dabei entstanden umfangreiche Wohnsiedlungen für die damals wenig begüterte Arbeiterschaft durch eigens hierfür gegründete Wohnungsbaugenossenschaften. Diese Wohnsiedlungen beherrschen auch heute noch weitgehend das Stadtbild in der nördlichen Stadtbezirkshälfte. Mittelpunkt des Wirtschaftslebens im Stadtteil ist heute noch die Großmarkthalle, die auf einem Areal von

47 000 qm nach den Plänen des Stadtbaurates Schachner erbaut und am 14.2.1912 eröffnet wurde. Diese, mittlerweile auf 310 000 qm angewachsene Anlage mit eigenem Umschlagbahnhof, ist nach Paris und Mailand der drittgrößte Umschlagsort für Obst und Gemüse in Europa. So entfallen denn auch von den Arbeitsplätzen im Viertel etwa ein Fünftel auf Handelsunternehmen, von denen viele im Großhandel tätig sind. Wie in anderen Innenstadtrandbereichen auch, hat das Verarbeitende Gewerbe gegenüber dem Dienstleistungsbereich zahlenmäßig an Bedeutung verloren. Einen Ausgleich zur dichten Wohnbebauung, vor allem in der nördlichen Bezirkshälfte, bilden die großen Frei- und Erholungsflächen im Süden des Stadtbezirks (die Anlagen am Neuhofener-Berg, die Flaucheranlagen, die beiden großen Bezirkssportanlagen an der Demleitner- und an der Dietramszeller Straße sowie der Israelitische Friedhof und einige Kleingartenanlagen) Durch verstärkte Zuwanderung jüngerer Haushalte deutet sich ein Wandel in der demographischen Zusammensetzung der Bevölkerung im Stadtbezirk an. Ein überdurchschnittlicher Ausländeranteil und ein hoher Anteil an Einpersonenhaushalten sind, nicht nur für Sendling, weitere typische Merkmale citynaher Wohngebiete mit hohem Altbaubestand. Stadtteilzentren sind der "neue Harras", der Resi-Huber-Platz sowie die Implerstraße auf Höhe der Oberländerstaße.
(aus: Münchener Statistik, Jahrgang 2013)

Sendling hat 39567 Einwohner (31.12.2012). Das sind über 5000 mehr als bei der Volkszählung 1987.
(Quelle: Landeshauptstadt München, Taschenbuch 2013)

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